Besuchte Konzerte 2017

Versengold in der (szene) Wien 26.10.2017

Nachtrag: Laut Kerstin's Setliste heisst der von mir nicht erkannte Instrumental "Lichterfest" - davon hab ich noch nie gehört, was dann wohl auch erklärt, warum ich es nicht erkannt habe. Das zweite Instrumental war Biikebrennen, was ich eh schon vermutet hatte - steht auch so in meinem Tour-Tagebuch ;-).

Nachtrag 2: O'Riley's Lichterfest - was mir natürlich was sagt - hab wohl doch zu wenig geschlafen ;-).

Auf der Eintrittskarte stand "Einlass 19:30, Beginn 20:00 Uhr" - tatsächlich begonnen hat es dann um 20:30 Uhr. Doch das Warten hat sich gelohnt. Um 20:25 kam Kevin auf die Bühne für irgendwelche Checks und ich habe schon auf die üblichen "Kevin"-Rufe gewartet - aber das hier war ja nicht das MPS. Jedenfalls ging kurz danach die Nebelmaschine an, das Licht aus und man hörte die 1. Zugaberufe - das ist Wiener Humor. Zum Intro kamen Schlagzeuger, Bassist und E-Gitarrist auf die Bühne und gleich darauf auch die 3 Jungs von D'Artagnan. Sie haben gleich von Anfang an Druck gemacht und das Publikum in ihren Bann gezogen - wobei anzumerken ist, dass sie in Wien erstaunlich viele Fans haben, noch dazu textsichere Fans. Die Setliste sah wie folgt aus:

- Neue Helden

- Liebelein komm tanz mit mir

- Ehre wem Ehre gebührt

- So wie Du

- Reicht uns die Hand

Dann kam Flo auf die Bühne und hat bei "Was wollen wir trinken" mitgespielt und -gesungen. Nach seinem Abgang hat Ben auf die neue CD hingewiesen und dann mit dem Publikum erst einmal das Laola mit 4 x Jubel geübt, was natürlich im Lied "Jubel" endete. Danach kam noch "en garde" und natürlich "Seit an Seit". Eine Zugabe wurde uns auch noch gegönnt, mit dem Hinweis, dabei müssten sie etwas leiser sein - es wurde "das letzte Glas" gesungen.

 

Danach fiel der neue Funkenflug-Vorhang von Versengold - direkt vor meine Nase, da ich natürlich wieder ganz vorne am Gitter stand - und die Zwischenmusik, welche Versengold selber zusammengestellt hat, erklang, während hinter dem doch recht durchsichtigen Vorhang die Bühne umgebaut wurde. Recht schnell begann dann auch das Intro zu Sang- und klanglos und die Musiker "stürmten" die Bühne und spielten den Song dann auch, gefolgt von "Versengold". Dann verteilte Kevin Knicklichter, damit der Funken im ganzen Raum überspringen kann, wenn "Funkenflug" erklingt. Nach "Kein Trinklied" hat Malte erzählt, dass er sich beim Schreiben des nächsten Songs von Prospekten hat inspirieren lassen, weil er bis dahin noch nie in Irland war. Inzwischen war er es aber und hat die meisten Klischees bestätigt gefunden. Nur waren da viel mehr Schafe als erwartet und er denkt drüber nach, noch eine Strophe über Schafe zu schreiben. Und dann kam wieder einmal eine der typischen Malte-Überleitungen. O-Ton: "À propos komische Wesen mit vielen Haaren - Ben wird uns bei diesem Lied unterstützen". Dem "Du spinnst wohl"-Handzeichen von Ben entnahm ich, dass er diese Überleitung irgendwie gar nicht witzig fand - das Publikum hat sich aber königlich amüsiert. Nach "Verliebt in eine Insel" musste Dan erst Mal Gitarre tauschen, weil schon eine Saite gerissen ist - sein Kommentar: "Wien ist einfach zu heiss, so schnell ging das noch nie". Flo wurde in der Zwischenzeit von Kevin durch den Club gefahren und hat das erste Instrumental-Stück gespielt - welches es war, kann ich leider nicht sagen - bei den Instrumentals tu ich mich immer extrem schwer, sie zu erkennen und Setliste habe ich leider keine ergattert. Mit "Samhain" und "Haut mir kein' Stein" ging es weiter. Malte hat erzählt, dass er zu Haut mir kein Stein viele Mails bekommt mit Geschichten, was andere bei diesem Lied empfinden oder was sie diesbezüglich erlebt haben. Man merkte ihm an, dass er das gut findet.

Nach "Feuergeist" kam wieder ein Instrumental, bei dem Flo zeitweise am Hackbrett war. Und weil er da grade so gut stand, hat er dann gleich für "Herz durch die Wand" zwischen Hackbrett und Mandoline hin und her gewechselt. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie flexibel die Jungs von Versengold an ihren Instrumenten sind. Für die "Nebelfee" ist dann Flo auch noch ans Schlagzeug gegangen und Sean hat Piano gespielt. Malte hat beim zweiten Refrain mal wieder den Text verheddert - aber er macht das immer mit so viel Charme, dass ihm keiner deswegen böse ist. In der Folge hat Malte mal wieder Eike seinen Herzenswunsch erfüllt und hat ihn für "Wem? Uns!" tanzen lassen. Eike's Moonwalk ist inzwischen legendär. Bei "Das wär ein Traum" hat sich dann die nächste Saite verabschiedet.

Die nächste Ansage war wieder so typisch Malte. Er meinte, er hat mal einen Song geschrieben für seinen Gummibaum. Der sei auch die einzige Pflanze, die bei ihm länger als 2 Monate überlebt hat, aber den hat er noch immer auf dem Fensterbrett im Arbeitszimmer - dies natürlich als Überleitung zu "Spass bei Saite". Bei "Paule's Beichtgang" stellt Malte dann fest, dass wir extrem laut sind, wenn man bedenkt, wie wenige wir sind - aber die Wiener können halt die Versengold-Texte. Hinterher durfte natürlich der "Ablasstanz" nicht fehlen, gefolgt von "Solange jemand Geige spielt". Bevor dieser Song starten konnte, brauchte Eike aber einen neuen Bass - er hat es geschafft, statt einer Saite gleich den ganzen Bass zu zerstören. Später habe ich gelesen, dass der Bass, zusammen mit 3 Gitarren am Samstag in München zum Gitarrenbauer ging. Vor "Hoch die Krüge" hat Kevin Bier auf die Bühne gebracht - wurde dieses Mal dafür aber nicht sehr geschätzt, denn es war alkoholfrei. Als dann "In aller Ohr" gespielt wurde, nahm Malte einen Schluck - sein Gesichtsausdruck dabei war unbezahlbar. Bei den Danksagungen hat er dann auch gemeint, Kevin hätte eigentlich dieses Mal keinen Dank verdient, natürlich mit Hinweis darauf, was Kevin so alles tut und wie wertvoll er für die Band ist. Dann verschwand er hinter der Bühne und kam mit zwei Nachrichten wieder. 1) er hat noch ein Ottakringer gefunden (unser Hausbier) und 2) im Oktober findet das Jubiläumskonzert statt und er würde sich natürlich über Besucher aus Wien freuen - ich freue mich jetzt schon drauf.

Als Zugabe haben die Jungs ein Medley gespielt, das sage und schreibe 15 Minuten dauert und die folgenden Songs enthält

- Drey Weyber (auch Wien kennt den Text)

- Seemansgarn

- Einerley

- Im Namen des Folkes

- Ihr seid Musik

- Halunken betrunken (noch 1 kaputte Saite)

- Schon immer mal

- Immer schön nach unten treten (mit Eike als Magd und Highway to Hell, sehr zur Freude der Wiener, die das noch nicht kannten)

- nochmals Drey Weyber, dieses Mal der Kater, wobei Malte wie üblich "S-Tirn" singt und aus dem Publikum der Ruf kommt "das heisst Stirn"

- Fass voller Wein (mit dem Publikum als Meer, auch wenn wir nichts derartiges in der Nähe haben - der Geruch war auf jeden Fall schon den ganzen Abend lang sehr maritim) - Flo spielt Mandoline, wobei Malte ihn anschaut und mit "bezaubernd" kommentiert

- dann kommt d'Artagnan auf die Bühne mit einem halben Fass (und einem Versengold-Schal) und tanzt ekstatisch zur Weinfass-Tune

Den Abschluss bildet das acapella-Lied, auch dieses ist in Wien noch eher unbekannt.

 

Leider konnte ich nicht abwarten, bis die Band raus kam - ich musste Freitag Nachmittag in Paderborn sein (960 km von zu Hause) und bin um halb Eins nachts, sofort nach dem Konzert, los gefahren, damit ich pünktlich ankomme. Obwohl das Ganze etwas stressig wurde, hätte ich um keinen Preis der Welt auf das Konzert verzichten wollen. Es war wieder einmal Gänsehaut-Feeling pur.

MPS Maxlrain 23. & 24.09.2017

Leider habe ich auf dem MPS in Öjendorf mein Notizbuch mit den ganzen Konzert-Notizen verloren und nicht wieder bekommen. Daher werde ich nach und nach versuchen müssen, die jetzt noch leeren Konzerte aus dem Kopf zu rekonstruieren. Dafür fehlt mir im Moment aber die Zeit.

MPS Hamburg Öjendorf 2. & 3.09.2017

Fantreffen Versengold 1.09.2017

Kajütenkonzert im Trash in Osnabrück - Mr. Hurley & die Pulveraffen - 30.08.2017

Dieses Konzert fällt eigentlich unter die Kategorie "NICHT besuchte Konzerte" - um einen der begehrten Plätze an diesem Gratiskonzert zu ergattern, musste man sich auf Facebook bewerben. Von der Muschelschubser-What's-App-Gruppe waren 8 Leute, die gerne dabei gewesen wären. Leider kam keiner von uns auf die Liste. Weil wir aber zeigen wollen, dass wir auch hinter der Band stehen, wenn wir nicht auf die Gästeliste kommen, haben wir uns recht kurzfristig (vorgestern) entschieden, trotzdem an dem Event aufzukreuzen - und wenn wir halt nur unter uns feiern - auch egal. Die Band hat versprochen, nach dem Konzert vor die Bar zu kommen, damit auch diejenigen ein paar Worte mit ihnen wechseln können, die nicht rein konnten. 6 von den 8 Interessierten treffen sich gleich am Planet Golf, unweit des Trash, wo das heutige Konzert stattfindet. Dies sind Frank N. und Claudia I., Sven K., Rebecca P., Daniel W. und ich. Eventuell stösst Eva J. auch noch dazu.

Wir haben uns auf dem Parkplatz des planet golf getroffen und wollten da gemütlich grillen und danach am Trash rein schauen, um die Pulveraffen zu begrüssen. Da aber auch heute wieder in der Ausschreibung des Konzertes stand, dass man noch rein kommt, falls noch Platz ist, haben wir uns einfach mal in die Schlange gestellt. Da das Trash wirklich sehr klein ist und eine Menge Leute da waren, sah es nicht so aus, als hätten wir eine Chance. Also hat Frank kurzerhand den Grill geholt und vor dem Trash aufgestellt - weil wir fest gestellt hatten, dass man die Musik hören kann, auch wenn man nicht drin ist, sondern ausserhalb des Biergartens steht. Wir waren grade so mittendrin im Grillen, als Peggy zu uns raus kam und uns mitgeteilt hat, dass wir rein dürfen, auch wenn Gefahr besteht, dass es ein sehr muckeliges Konzert wird. Wir haben uns natürlich riesig darüber gefreut.

Das erste Lied habe ich nicht wirklich mit bekommen, weil wir da grade noch versucht haben, den Rolli rein zu bekommen, ohne allen über die Füsse zu fahren. Ich hab dann aber zwischen Biergarten und der eigentlichen Bar einen wunderbaren Platz gefunden, wo ich nicht im Weg stand, etwas frische Luft hatte und wunderbar hören konnte. Nur sehen konnte ich halt nichts, aber das macht ja nichts. Die Band hat einen schönen Mix aus alt und neu gebracht. Auf der Setliste standen Ich hau Spacken auffe Backen, Ich Kanone Dich nicht leben, Haifisch, Nüchtern, Schlechtes Vorbild (mit Peggy anstelle des Kinderchores), Trau keinem Piraten, Ach ja und Achtung, fertig, Prost. Nach den üblichen Danksagungen kam das Medley und als krönender Abschluss das Schlaflied.

Danach standen wir noch über längere Zeit draussen vor der Bar, haben nochmals Würstchen gefuttert und an andere hungrige Gäste verteilt, einige von uns konnten mit der Band reden, wir haben zusammen mit Sally Pfeffi getrunken (Frank tat dasselbe mit Simon), haben gelacht und gequasselt. Es war einfach eine schöne Atmosphäre und der Regen, der mittendrin eingesetzt hat, hat dem keinen Abbruch tun können.

Unsere Entscheidung, trotzdem hin zu fahren, war auf jeden Fall richtig. Ein ganz grosser Dank geht an Mr. Hurley und die Pulveraffen sowie deren Team, die so viel Zeit und Geld investiert haben, um diese schöne Aktion mit den Kajütenkonzerten zu ermöglichen.

M'era Luna 12. & 13.08.2017

Text folgt

Wacken 02. - 05.08.2017

Text folgt

MPS Karlsruhe 29. & 30.07.2017

Text folgt

CD-Release-Party Mr. Hurley & die Pulveraffen 12.07.2017

Text folgt

Rockharz 5. - 8.07.2017

Freitag, 6.07.2017

Da wir etwas zu spät vom Appartement weg gekommen sind, haben wir die erste Band, Infected Rain, mehrheitlich verpasst. Das letzte Lied konnten wir noch hören und anhand dessen muss ich vermuten, dass wir nicht allzu viel verpasst haben. Apron war da schon eine andere Liga - das Konzert begann mit "Spiel mir das Lied vom Tod". Insgesamt war alles sehr stimmig - der Sänger war sehr sympathisch und hat immer wieder einen blöden Spruch raus gehauen und die Musik war mitreissend. Kann man empfehlen. Als nächstes war The New Black dran - weil die Sonne erbarmungslos geschienen hat, habe ich die Band nicht gesehen, nur gehört. Was soll ich sagen - Lärm halt. Nachtblut hingegen hat mir wieder sehr gut gefallen, wobei ich die Band auch schon kannte. Schöner Gothic-Sound, einfach gut. Auch Wolfheart hat durchaus überzeugt mit einem Mix aus melodischem und einfach nur hartem Sound. Civil War, die aus Sabaton hervor gegangen sind, hat mich dann leider wieder nicht so wirklich überzeugt. Es hat der Druck gefehlt und das Verzichten auf einen permanenten Bassisten war bestimmt keine gute Idee. Schade drum, die waren mal sehr gut. Die nächste Band (Mantar) haben wir irgendwie verpasst, weil wir ein bisschen durch die Shops gebummelt sind. An sich hätte man die Band ja trotzdem gehört, aber ich hab nicht aufgepasst. Rage haben wir ebenfalls beim Bummeln bzw. beim anschliessenden Ausruhen im Schatten gehört. Die wiederum haben mir gut gefallen. Death Angel waren ganz o.k. Zu Haggard braucht man nicht viel sagen - ich habe die Band natürlich schon gekannt und sie klang so gut wie immer. Dieser Mix aus Klassik und Metal ist einfach super, insbesondere mit der weiblichen klassischen Stimme und seiner extrem tiefen Metal-Stimme ergibt das einen wundervollen Sound. Ebenso natürlich mit den Instrumenten. Während Lacuna Coil gespielt haben, waren wir unterwegs auf der Jagd nach etwas Essbarem. Trotzdem haben wir der Band zugehört, die uns beiden allerdings auch schon bekannt war und keine Überraschungen geliefert hat. Schön zu hören, auch wenn die sehr markante Frauenstimme sicher nicht jedermann's Sache ist. Kadavar waren dann wieder "na ja" - um es mal mit den Pulveraffen zu sagen "kann man mögen, muss man aber nicht". Während diese Band gespielt hat, sind wir auf die Rolli-Bühne gegangen, weil das Volk im Infield immer mehr wurde und die Rolli-Bühne doch ein bisschen Schutz bietet. Nach dem Kadavar-Konzert wurde erst einmal eine Unwetterwarnung durch gegeben. Im Falle eines Unwetters soll man doch bitte in die Autos einsteigen und Leuten, die kein eigenes Fahrzeug haben, einen Platz anbieten. Diese Ansage kam mehrfach bevor dann die nächste Band, Arch Enemy, auf die Bühne durfte. Auch zu dieser Band brauche ich eigentlich nichts zu sagen - entweder man mag sie, so wie ich, oder man kann sie nicht leiden. In Extremo ist vor noch nicht allzu langer Zeit aus Russland zurück gekommen, was sich auch in einem Lied wieder gespiegelt hat. Ausserdem wurde das Störtebeker Lied gespielt und auch Klassiker wie der Fluch des Spielmanns. Den Abschluss haben Fiddler's Green gemacht. Sie haben wie immer ein schnelles, mitreissendes Programm geboten und das Publikum unter Anderem zu einer Wall of Love und zum Ausziehen der T-Shirts aufgefordert, was dieses auch gerne gemacht hat. Kurz vor Ende dieses Konzertes sind wir dann gegangen, um dem grossen Run auf den Ausgang zu entgehen. Insgesamt ein sehr gelungener Tag.

Donnerstag, 5.07.2017

Zusammen mit den vielen ankommenden Campern haben wir uns in die Warteschlange am Einlass eingereiht, sind dann aber ausgeschert, weil ich der Security erklärt habe, dass wir nur parken wollen. Mit dem Rollstuhl hat Markus mich rund um das Festival-Gelände herum geführt. Zuerst einmal mussten wir unsere Eintrittskarten umtauschen in Armbänder. Dann sind wir zu den Eingängen gegangen, wo man uns gesagt hat, wir sollen beim Ausgang durchgehen, weil der Einlass zu schmal ist für den Rollstuhl. Um 16.15 h waren wir am Gelände - um 16.20 h spielte die erste Band - Kryptos. Als der Sänger meinte, sie wären den weiten Weg von Bangalore gekommen, dachte ich, er macht Witze. Aber Wikipedia bestätigt mir, dass die wirklich aus Indien kommen. Der Sound ist eigentlich ganz nett - halt so Mainstream, falls es das im Metal gibt. Als nächstes waren Bloodbound an der Reihe. Die gefielen mir um Welten besser. Sie machen sehr epischen Sound. Serious Black gehören offiziell dem Power Metal an - sie setzen sich aus verschiedenen anderen Bands zusammen und machen einen wirklich schönen Metal. Nach diesem Set haben wir erst Mal die Rolli-Toiletten gesucht - allerdings vergeblich, also musste halt eine normale herhalten, auch wenn die elend eng sind. Dann gab's was zu essen und was Süsses, bevor wir uns Stahlmann angehört haben. Deren Sound gefällt mir sehr gut. Auch Orden Ogan, ebenfalls eine deutsche Band, klingt super. Würde ich mir auf jeden Fall wieder anhören. Danach war wieder Toilette angesagt - dieses Mal haben wir die Rolli-Toilette bei der Rolli-Bühne gefunden. Allerdings sind da alle andern auch drauf gegangen, weil die im Infield ist, im Gegensatz zu allen normalen Toiletten, die ausserhalb sind. Daher hat man uns davon abgeraten, sie zu benutzen - kein Klopapier mehr und schmutzig. Die erste Toilette draussen, die rollstuhlgängig ist, war ebenfalls total verpisst - die zweite war dann sauber. Schade, dass das so läuft. Letztes Jahr stand an jeder Rolli-Toilette ein Security-Angestellter und hat darauf geachtet, dass wirklich nur Rollifahrer sie benutzen. Wir haben uns dann noch kurz die letzte Band, Dirkschneider, angehört. Die war aber überhaupt nicht mein Fall - der Sound war zwar nicht schlecht, aber die Stimme des Sängers fand ich absolut grauenvoll. Deshalb sind wir zurück zum Auto gegangen und in unser Appartement gefahren.

MPS Rastede 25. - 28.05.2017

Donnerstag, 25.05.2017

Heute hatte ich Glück mit dem Parkplatz - zwar stand ich am Strassenrand, wo eigentlich maximal 4 Stunden erlaubt waren - aber entweder kam keine Polizei vorbei oder es wurde wegen dem MPS ein Auge zugedrückt. Der Weg zum Gelände war leider etwas steil, aber machbar. Eine 4-Tages-Karte habe ich auch schnell erstehen können und dann hatte ich das Glück, Kerstin und Antje zu treffen, die mich in die vorderste Position für den Einlass liessen. Den Weg runter habe ich dann um Hilfe bitten müssen, da mir das linke Hinterrad weg gerutscht ist - aber es gab genug kräftige Männer. Das Gelände selber ist einigermassen machbar - mit Ausnahme der Wege - da war der Sand so tief, dass ich darin versunken bin - aber auf der Wiese ging's recht gut. Auf dem Weg zur MPS-Bühne habe ich Sarina und ihre Freundin getroffen, die mich mitgenommen haben. Weil es sehr warm war, haben wir uns in den Schatten gesetzt - leider haben wir deshalb die Morgenmesse nur hören, aber nicht sehen können - es waren extrem viele Heerlager da, unter Anderem auch ein Orklager - die haben den ganzen Platz vor der Bühne gefüllt.

Nach der Morgenmesse habe ich eine kleine Runde gemacht, um mein Glas zurück zu geben und mich etwas umzusehen - dabei bin ich auf Bagatelli gestossen. Er ist eigentlich ein ganz guter Jongleur mit ganz nettem Wortwitz - leider habe ich ihn danach noch mehrfach gehört und feststellen müssen, dass kaum Spontaneität dabei und die Show immer dieselbe ist. Zum einmal sehen ganz empfehlenswert. Deshalb hier ein paar Photos.

Während Bagatelli noch seine Show zeigte, hörte man im Hintergrund den Soundcheck von Ye Banished Privateers. Da ich von dieser Band schon so einiges gehört hatte, wollte ich sie mir natürlich anhören. Photos von beiden Konzerten findet man auf meinem Facebook-Account. Was soll ich sagen - ich hab sie zum ersten Mal gehört - und war sofort von dem Virus infiziert. Die Spielfreude der 9 Schweden und ihr musikalisches Können ist genauso genial wie ihre Performance. Nach den Privateers, die ich von hinten gehört habe, musste ich dann natürlich nach vorne an die Absperrung - Versengold von hinten geht gar nicht. Auch hier sind natürlich Photos entstanden. Die gesamte Setliste erspare ich mir hier jetzt - sollte es jemanden interessieren, einfach Kontaktformular ausfüllen. Speziell war, dass Pinto durch Felix ersetzt wurde, weil er an einer Sehnenscheidenentzündung leidet und keine Saiten-Instrumente spielen kann. Viele haben Felix, der wohl besser als Schramme Knasterbart bekannt ist, gar nicht erkennen können - er war einfach zu sauber ;-). Die Band spielte 6 Songs vom neuen Album und 6 altbekannte Songs.

Zum Abendessen gab's Apfelpfannkuchen - eine sehr nette Variante zu den üblichen Crêpes. Danach habe ich mir die CD's der Privateers und ein Shirt geholt und mich ausserordentlich nett mit dem Merch-Verkäufer unterhalten. Und dann "musste" ich mir das Abendkonzert der Privateers natürlich auch wieder anhören. Einfach Spass pur.

Zum Abschluss des ersten MPS-Tages durfte ich dann nochmals Versengold hören und photographieren. Das Konzert begann mit dem neuen Intro zu Sang- und klanglos - gut, dass es dabei einen Part gibt, wo das Publikum oh-oh-oh oder Ähnliches singt - die Zeit hat Dan nämlich nutzen müssen, um Malte's Mikro zu justieren. Weiter ging's mit Versengold und Wem? Uns!. Mittendrin gab's dann auch den ersten Lacher - beim Text "hört auf zu schuften für fettleibig Leute" kuckt Malte Flo von oben bis unten an und fängt an zu grinsen. Mit Verliebt in eine Insel, Hoch die Krüge, Kein Trinklied und Feuergeist ging's weiter. Danach hat Malte erwähnt, dass eines der Gründungsmitglieder der Band, Swolle, im Publikum ist. Im Gegensatz zu ihm hat Swolle inzwischen 5 Kinder. Er widmet ihm das Lied Spass bei Saite. Der Song Paule's Beichtgang soll ja auf einer wahren Geschichte basieren - man darf Malte gerne darauf ansprechen für nähere Infos. Beim Ablasstanz hat die Drachenschenke Met auf die Bühne gebracht. Mit Hinweis auf die neue CD wurde dann Funkenflug gespielt. Mit diesem Song tue ich mich immer noch schwer. Haut mir kein Stein hingegen gefiel mir von Anfang an. Das Publikum darf dann das Intro zu den Drey Weybern singen. Spannend wird's, als Felix unvorbereitet Pinto's Part übernehmen soll und natürlich den Text nicht kennt. Flo souffliert, allerdings nicht ganz das, was Pinto üblicherweise von sich gibt - aber Spass gemacht hat es trotzdem und Felix hat sich da ganz gut durchgemogelt. Das Geigenduell am Schluss war dieses Mal besonders schön. Die nächsten Lieder waren Samhain, Schon immer mal mit Felix an der Quetschkommode, Vom Zauber des Wildfräuleins, Seemannsgarn und Ihr seid Musik. Mir fällt wieder einmal auf, dass ich die Abendkonzerte immer sehr andächtig anhöre, weil mir die Scheinwerfer immer direkt in die Augen scheinen, wenn ich mit Rolli unterwegs bin ;-). Zeitlos geht wie immer über die Bühne, doch bei In aller Ohr stürmen zwei ziemlich betrunkene Jungs die Bühne - Kevin zeigt ihnen dann den Ausgang. Der letzte Song ist Ich und ein Fass voller Wein mit Felix am Schifferklavier. Malte will von Felix wissen, wie viele Strophen das Lied hat. Antwort Felix: 1 bis 5. Ich liebe diesen Mix aus ernsten Ansagen und dem Blödsinn, den die Jungs immer mal wieder auf der Bühne aufführen.

Freitag, 26.05.2017

Heute war Einlass erst um 13.00 Uhr - und selbst das habe ich nicht ganz geschafft, weil ich lange nach einem Parkplatz gesucht habe. Letztendlich habe ich mein Auto dann auf einen Behinderten-Parkplatz am hinteren Eingang gestellt - und prompt eine Busse kassiert. Aber das war's wert. Ich habe den heutigen Tag geplant, um mir den Markt anzusehen und mich vor der Folkbühne rumzutreiben - denn heute war auf der MPS-Bühne das Programm so, dass ich es nicht so schlimm fand, nicht da zu sein. An den andern 3 Tagen war von vornherein klar, dass ich nur an der MPS-Bühne sein werde.

Zuerst einmal habe ich ein bisschen eingekauft - Dörrfrüchte, gebrannte Mandeln, Kekse - dann habe ich bei Mytholon ein paar Piratenstiefel zurück legen lassen - ich bin nämlich heute vom Auto weg, ohne wieder Geld mitzunehmen und vom Vortag war nicht mehr so viel übrig - da ich nie allzu viel Geld auf's MPS mitnehme, sondern jeden Tag wieder nachbunkere. Im Hotel hatte ich zu Gunsten von Schlaf auf das Frühstück verzichtet. Deshalb gab's jetzt Crêpes zum Frühstück. Dann habe ich mich ganz gemütlich unter eine Kastanie in den Schatten gesetzt und den Schluss des Rapalje-Konzertes, das ganze Dolmen- und das ganze Saor Patrol-Konzert angehört. Rapalje hat mich dann wieder beim Rumwandern begleitet.

Zum Abendessen gab's Spätzle mit Käse. Für mich ist das Essen auf dem MPS halt immer etwas schwierig wegen der vielen Allergien - aber irgendwie ist es immer machbar. Nachher bin ich an den Verkaufsständen entlang gewandert und letztendlich beim Rattennest von Ratcatcher's Rattenbande gelandet, wo Sven mitlagert. Allerdings war grade nur eine süsse Lady mit ihrer Tochter Merle anwesend. Als ich nach Sven gefragt habe, hat sie mich sofort ins Lager gebeten, obwohl ich gar nicht gesagt hatte, wer ich bin . Wir haben uns sehr nett unterhalten und sie hat irgendwann auch mitgekriegt, dass ich die angekündigte Schweizerin bin. Sven ist dann ebenfalls aufgetaucht, kurz darauf erschien auch der Rest des Lagers. Alle haben mich sehr nett aufgenommen und wir hatten eine gute Zeit im Lager. Es würde mich definitiv reizen, da mal mitzulagern. Nachdem ich das Rattennest verlassen habe, hörte ich mir noch ein paar Songs von Nachtgeschrei an. Was auffällt ist, dass heute definitiv weniger Besucher da sind als gestern. An der Folkbühne waren extrem wenig Leute und an der MPS-Bühne ist es jetzt nicht viel besser.

Eigentlich hätte ich mir gerne das Fiddler's Green Konzert angehört, welches um 21.30 begann und danach natürlich auch noch das Privateers-Konzert. Leider war es heute extrem kalt und es zogen Bodennebel auf. Deshalb habe ich um 10 Uhr nachts aufgegeben und bin zurück ins Hotel gefahren. Schade, aber das Festival dauert noch 2 weitere Tage und die möchte ich nicht unbedingt krank verbringen, insbesondere, weil ich danach ja wieder zurück in die Schweiz muss, um meine Mutter zu pflegen.

Samstag, 27.05.2017

Auch heute habe ich zugunsten von Schlaf auf das Frühstück im Hotel verzichtet - besonders gut ist es eh nicht. Dafür war ich dann früh genug dran, um einen super Parkplatz zu bekommen, grade mal 5 Minuten Gehweg vom oberen Eingang weg. Es fand sich auch wieder jemand, der mir über den problematischen Hang hinweg geholfen hat. Mein erster Weg hat mich dann gleich zu Mytholon geführt - dieses Mal hatte ich an Geld gedacht und habe mir meine Stiefel geholt. Und weil ich grade schon da stand, habe ich auch gleich noch eine Waffe mitgenommen - mein Schwarzpulver Gewehr ist leider nicht mittelalter-konform.

Schräg gegenüber war der Stand von Hyde Hats - da habe ich dann gleich noch einen nicht ganz so edlen Piratenhut mit Shabby-Schick gekauft und mich eine ganze Weile mit der Standbetreiberin unterhalten. Sie hat mir auch noch Jekyll und Hyde empfohlen, wo es einen Slush mit dem Geschmack Apfel-Minze gibt. Ihre Tochter war so lieb und hat mir gleich einen gebracht - absolut empfehlenswert - super lecker.  Auf dem Weg zur MPS-Bühne habe ich dann Frank getroffen. Da ja schon der dritte MPS-Tag war, war ich schon ziemlich kaputt und sehr froh darüber, dass er mir angeboten hat, mich bis zur Bühne mitzunehmen, sobald er vom Klo zurück ist. Da wartet frau doch gerne. Wir waren dann auch pünktlich zum 1. Pulveraffen-Konzert an der Bühne. Die Photos von allen drei Pulveraffen-Konzerten findet Ihr hier. Beim ersten Konzert wurden "nur" 8 Stücke gespielt - 45 Minuten sind halt schon sehr kurz und wenn dann noch Rectus überzogen hat, erst Recht. Da zwischen dem 1. und 2. Konzert nur grade 1 Stunde lang, bin ich gleich da geblieben. Ich habe mir nur einen besseren Platz gesichert - beim ersten war ich weit hinten, beim zweiten stand ich dann wieder ganz vorne an der Abschrankung. Die Zeit habe ich mir mit diversen Gesprächen vertrieben. Beim zweiten Konzert hat Mr. Hurley nach dem 3. Lied gemeint, das Konzert würde unter dem Motto stehen "Songs, die wir den ganzen Winter über nicht gespielt haben" - so sei es denn auch nicht verwunderlich, wenn mal ein Text vergessen würde oder eine Passage etwas seltsam klänge. Es wurden ein paar Songs gespielt, die man sonst nicht so oft live hört wie Haare im Gesicht oder Urlaub. Bei letzterem hat Simon dann festgestellt, dass der Text nicht mehr stimmt - er geht ja nun nicht mehr stramm auf die 30 zu, sondern hat sie schon erreicht ;-). Für Piet Bull hat Morgan seine Maultrommel suchen müssen. Nach dem Konzert hab eich mich dann in die Schlange der Fans eingereiht, weil ich eine Unterschrift auf meinem Fetten Beutel haben wollte - dabei habe ich festgestellt, dass Simon wundervoll mit Kindern umgehen kann. Er hat nämlich erst Mal alle erwachsenen Fans stehen lassen und sich um den Nachwuchs-Fan gekümmert - finde ich super.

 

Nächster Programmpunkt war das Versengold-Nachmittagskonzert. Bei Wem? Uns! musste Flo zur Strafe tanzen, weil er sich darüber gefreut hatte, dass die gesamte Bühne im Schatten lag - mit Ausnahme des Stücks, auf dem Malte steht. Beim zweiten Refrain entstand dann die Vermutung, er hätte grade seinen Namen getanzt. Danach kam der Hinweis auf das Abendkonzert - und stellt Euch vor - Malte wusste die Zeit ;-). Bei der Ansage zu Spass bei Saite wurden wir darüber informiert, dass die Jungs heute nach hinten in den Pool gehen und sich massieren lassen - früher hatten sie nur ein Planschbecken und mussten sich selber massieren - das war nicht immer schön. Ich liebe solche ironischen Anmerkungen.

Nach Versengold bin ich dann erst Mal vor der Bühne geflüchtet - Saltatio Mortis war dran - da mag ich zwar die Band und ihre Songs - aber nicht die Fans, die keinerlei Rücksicht auf andere nehmen, schon gar nicht auf Rollifahrer. Deshalb habe ich mich etwas rumgetrieben, die Stallungen aufgesucht, mir ein Eis gegönnt und zum Abendessen eine Crêpes geholt.

MPS Weil am Rhein 6./7.5.2017

Samstag, 6. Mai 2017

Das Gelände ist für mich perfekt, weil der Parkplatz direkt daneben ist. Deshalb spare ich mir dieses Jahr die Probleme mit den Taxen, die mich letztes Jahr nicht mitnehmen wollten und fahre selber - hat den Vorteil, dass ich Ersatzkleidung mitnehmen kann ohne sie den ganzen Tag rumschleppen zu müssen.

Leider muss ich ohne Gewandung hin, da diese zu Hause ist, wo ich ja bekanntlich schon lange nicht war. Und ich muss mit Krücken hin, weil es immer wieder regnet, so dass der Boden für den Rolli ungeeignet ist. Wird anstrengend werden. Aber davon lasse ich mir den Tag nicht vermiesen. Tageskarte für beide Tage ist an der Kasse schnell erstanden, jetzt heisst es warten auf den Einlass. Zum Glück gibt's immer mal wieder Leute rundherum, mit denen ich etwas quasseln kann.

Gleich nach dem Eingang kommt mir die Werbecrew des MPS entgegen.

Den Anfang macht dann wie immer die Morgenmesse, heute vor der Folkbühne. Ich komme grade rechtzeitig für die Einstimmungsmusik - das Lied "MPS Ich liebe Dich" von Knasterbart und ein kleines Tänzchen vom Tod. Nach dem Einzug der Heerlager kommt natürlich die übliche Ansprache, so von wegen Kackbratzen, die keiner haben will und die am Goldzelt abgeholt werden müssen und so. Britta von den Beerenweinen steht auch schon mit 3 edlen Recken bereit, die zum Ritter geschlagen werden sollen. Einer davon hat es geschafft, die geforderten 50 Goldtaler an einem Tag zu versau.... ähm, verdienen. Respekt! Auch die Schweizer Garde ist anwesend und versorgt erstmal den Hässlichen Hans mit etwas zu trinken. Höhepunkt war dann, dass Rectus ein Kind auf Rectus junior tauft, welches auf einem MPS vor etwas mehr als 9 Monaten gezeugt worden war. Geteert und gefedert wurde Jan, der Fleischbräter, weil er es wagt, das MPS zu verlassen, um woanders zu arbeiten.

Auf der Festivalbühne spielen nach der Morgenmesse Cuélebre, eine spanische Band, die zum ersten Mal beim MPS dabei ist. Gefällt mir eigentlich ganz gut.

Die Zeit bis zur Märchenstunde vertreibe ich mir mit ein bisschen Bummeln an den Verkaufsständen vorbei, dem Kauf eines edlen Dreispitzes im Steampunk-Look und dem unvermeidlichen Besuch der Stallungen. In der Märchenstunde erzählt Hans dieses Mal die Geschichte von Wilhelm Tell. Sie beginnt mit irgendeiner Prinzessin, die einen Österreicher (den Tod) heiraten muss, diesen aber kurz darauf tötet. Um sie zu retten wird sie über den See gerudert (von Rectus). Rectus, der ja kein Schweizerdeutsch spricht, aber den Tell mimt, bekommt einen Babelfisch (die nun nicht mehr benötigte Prinzessin) zur Seite gestellt. Die Schweizer Garde mutiert mal kurz zur österreichischen und darf den Hut bewachen. Der Tod darf sowohl den Gessler (mit Hitlerstimme, weil Gessler ja Österreicher war) als auch Walter, den Sohn Tell's mimen. Da er Rectus nicht so ganz traut, stülpt er sich aber sicherheitshalber einen Helm über. In Ermangelung eines Apfels muss ein kleiner Hut herhalten, den Tell seinem Sohn vom Kopf schiessen soll - die Wahl der Waffe ist nach einiger Überlegung nicht auf die Armbrust sondern auf Pfeil und Bogen gefallen. Der Pfeil, den Tell sich schon hergerichtet hatte und der dann letztendlich den Gessler tötete, ging dieses Mal voll ins Auge. Auf jeden Fall hat die Geschichte wieder sehr viel Spass gemacht. Details zur Geschichte bei den Bildern als Kommentar.

Gleich nach der Märchenstunde war es Zeit, mich ganz vorne an die Abschrankung zu stellen - das Versengold-Nachmittags-Konzert startet gleich. Photos dazu findet Ihr auf meiner Facebook-Seite. Es wurden einige der Lieder von der neuen Platte gespielt, die mir mit einer Ausnahme sehr gut gefallen. Natürlich durften auch die Klassiker nicht fehlen. Malte hat uns erklärt, dass genau zu der Zeit, wo Versengold die zwei Konzerte spielt, nur 90 % Regenwahrscheinlichkeit angesagt sind. Leider hat das nicht viel geholfen, denn die 10 % waren sehr schwer auszumachen. Trotzdem sind die eingefleischten Fans natürlich die ganze Zeit im Regen gestanden und das auch noch gerne. Was tut man nicht alles für die Lieblingsband.

Nach dem Konzert bin ich eine Weile durch die Verkaufsstände gebummelt - nass bis auf die Haut war ich eh schon. Ein neuer Mantel hat dann auch so ganz nebenbei seinen Weg zu mir gefunden und ich bin erst Mal zum Auto gegangen, um die nassen Klamotten loszuwerden. Also frisches T-Shirt, Jacke und den neuen Mantel drüber - damit war ich bereit für das nächste Versengold-Konzert. Zuerst noch kurz etwas essen und dann gleich wieder den Platz in der ersten Reihe sichern, zusammen mit einigen andern (mir bekannten) verrückten Versengold-Fans. Leider war der Regen inzwischen so ausgiebig, dass ich auf's Fotografieren verzichten musste. Schliesslich wollte ich ja auch am Sonntag noch Fotos machen. Gute 1,5 Stunden im strömenden Regen haben sich auf jeden Fall zu 100 % gelohnt. Beim Lied "Haut mir kein' Stein" hat Malte wieder einmal darauf hingewiesen, dass sie jetzt zwar bei Sony unter Vertrag sind, dass aber niemand - weder Sony noch sonst irgendwer - rein reden darf beim Schreiben der Songs. Diese sind nach wie vor aus Malte's Leben (und teilweise dem der Band) gegriffen, sehr persönlich und deshalb auch absolut authentisch. Und wenn jemand behauptet, die neuen Songs seien "nicht mehr Versengold", wie man in letzter Zeit öfters auf Facebook lesen konnte, dann hat dieser Versengold definitiv nicht verstanden. Ich finde es einfach toll, wie persönlich solche Statements von Malte jeweils sind - jeder echte Fan merkt, dass er das, was er da erzählt, auch wirklich so meint. Auch mir gefällt nicht jedes Lied - muss es auch nicht - ich singe es trotzdem mit, einfach weil es halt Versengold ist und ich voll und ganz hinter der Band stehe - selbst wenn mir mal was nicht so gut gefällt.

Das Konzert war wieder einmal viel zu schnell zu Ende. Malte stand übrigens die ganze Zeit zusammen mit uns Fans im strömenden Regen - und er trug nur Unterhemd und offenes Hemd - wir hatten wenigstens Mäntel, Regencapes und Ähnliches. Grosses Lob an Malte - nicht jeder Sänger würde das tun.

Nach dem Konzert habe ich dann aufgegeben - einerseits konnte ich vor Schmerzen kaum noch stehen - andererseits war ich schon zum zweiten Mal nass bis auf die Haut. Ein Bad im Hotel hat mich dann wieder halbwegs aufgewärmt.

Sonntag, 7. Mai 2017

 

 

Der Tag fing für mich mit packen und Auto laden an - dieses Mal muss ich leider nach dem MPS abends noch nach Hause fahren - normalerweise würde ich ja bis Montag bleiben, aber so lange kann ich Mutter nicht allein lassen. Das Wetter ist heute etwas freundlicher als gestern, zwar bewölkt, aber wenigstens trocken. Dem Gelände hilft das leider nicht - es ist klatschnass, matschig, igitt - selbst mit Krücken äusserst schwierig zu bewältigen. Aber wie ich immer sage "geht nicht gibt's nicht" - also Augen auf und durch.

Selbstverständlich war auch heute der erste Programmpunkt die Morgenmesse. Rectus Schildwache ist heute weiblich. Der Tod ist heute Single, denn Gisela ging des nächtens bei einem Sturz verloren. Der Sturz muss natürlich nochmals nachgestellt werden - der hässliche Hans testet die Beschaffenheit des Bodens, ist mit seinem Stock als Stolperhilfe zur Stelle und der Tod fällt in gekonntem Slow Motion - wobei die Szene genau beim Sturz einfriert - leider kein Tod, der mit der Schnauze in den Dreck fällt.  Geteert und gefedert wird heute der Hauptmann der Garde - wegen unsinniger Befehle, Trunkenheit im Dienst und zu viel Gelaber. Das Ausziehen macht ihm so viel Spass, dass ich eines der Photos mit einem schwarzen Balken zensieren musste ;-).

Mein weiterer Weg führt mich zu Achim - allerdings nicht zur Show, nur zum Vögel bewundern. Die Show sehe ich mir nicht mehr an, weil ich bei Achim's Geschichten immer heulen muss. Aber die Vögel sind einfach wunderschön.

Danach war's bereits wieder Zeit für das erste Versengold-Konzert des Jahres. Zusammen mit einigen andern verrückten Fans stand ich vor der Bühne. Simon Dörig hat erzählt, er hätte Malte irgendwo getroffen und der hätte ihm erzählt, er hätte sich am Vortag wohl doch eine Verkühlung geholt und freue sich schon jetzt auf seine Badewanne zu Hause. Die Verkühlung und die angeschlagene Stimme hat ihn aber natürlich nicht daran gehindert, wieder ein tolles Konzert zu liefern. Fotos auf Facebook. Unter Anderem erfuhren wir (als Witz natürlich), dass Verliebt in eine Insel vor Allem deshalb entstanden ist, weil sie auch mal ein Lied haben wollten, wo sie slainté schreien können, wie die Cobblestones das ständig tun. Falls die mal nicht grade zeitgleich mit Versengold spielen, sollten wir uns die Band unbedingt anhören - leider spielen sie immer zeitgleich mit Versengold, deshalb hab ich sie noch immer nicht gehört. Das Konzert war wie immer witzig, mitreissend, berührend.

Danach bin ich etwas durch den Markt gebummelt und habe hier und da Photos gemacht, was gegessen, ein paar Kleinigkeiten gekauft.

Auch wenn es heute trocken war, so richtig warm war's nicht - daher wurden die Feuer gerne angenommen - und sie sind natürlich wunderschön anzusehen.

Zum zweiten Versengold-Konzert stand ich natürlich wiederum direkt an der Abschrankung. Auch dieses Mal hat es sich gelohnt, so lange zu stehen. Malte's Ansagen, seine Stimme, die Spielfreude aller Bandmitglieder sind einfach etwas ganz Spezielles. Malte hat an diesem Abend auch das Geheimnis gelüftet, wie Eike's sehr hoher Gesang bei Haut mir kein Stein entstanden ist. Eigentlich wollte er mal einen Dudelsack in einem Versengold-Lied haben - hätte bei diesem Lied natürlich gepasst - und hat das erst Mal versucht einzusingen - und dann ist es einfach dabei geblieben, dass Eike den Teil singt. Viel zu früh war das Konzert zu Ende - wie immer hätte man noch ewig zuhören können - andererseits gönnen wir den Jungs natürlich auch ihren Feierabend. Immerhin hatten sie noch 760 km Heimweg. Ich bin dann nach dem Konzert ebenfalls meine 190 km nach Hause gefahren. Das Wochenende war eine perfekte Auszeit aus dem Alltag, der mir im Moment grade schwer fällt. Photos zum Abendkonzert sind ebenfalls auf Facebook.

Z7 Pratteln - 27.03.2017

Location

Das Z7 ist an sich als Konzertort ganz toll - im Industriegebiet gelegen, mit genügend Parkplätzen direkt davor, so dass ich mit dem Auto relativ nah ran fahren kann - allerdings am Ende eines recht steilen Hangs gelegen. Die meisten Security-Leute lassen mich mit dem Auto rein, auch wenn ich keinen offiziellen Behinderten-Ausweis habe - der Rollstuhl ist ja sichtbar im Kofferraum. Leider gibt es einige Minuspunkte - die Rampe zum Kontrollpunkt ist für mich zu steil - allerdings ist die Security da meist gerne behilflich - oder einer der andern Gäste. Kontrollen werden mir zu lasch ausgeführt - ich hätte auch dieses Mal wieder mit weiss ich was an Waffen da rein gehen können - ich wurde als Rollifahrer überhaupt nicht kontrolliert. Ja klar, ich bin harmlos (meistens) - aber nicht jeder Rollifahrer ist das. Leider gibt es auch kein Behinderten-Klo - und der Absatz sowohl beim Aussen- als auch beim Innenklo ist echt heftig. Die kleine "Tribüne" im hinteren Teil der Halle, wo die Rollifahrer rauf dürfen, ist ganz nett - bei Heavy Metal Konzerten will ich eh nicht ganz vorne sein - zu gefährlich - da ist das eine tolle Alternative. Man sieht gut nach vorne. Nachteil - die Kiffer stehen meistens auch genau da. Leben und leben lassen - aber mir wird nun mal schlecht von dem Geruch. Weiterer Nachteil für mich - ich verdurste da jedes Mal fast (was den Vorteil hat, dass ich nicht so oft auf's Klo muss) - Getränke werden nur in Bechern ausgeschenkt - und das kann ich nun mal nicht managen, wenn ich allein unterwegs bin - entweder fahren oder Getränk halten, beides geht nicht.

 

Vorband - Omnium Gatherum

Super Auftakt eines geilen Abends. Die Finnen spielen Death Metal - und das mit viel Hingabe - ich habe sie hier zum ersten Mal gehört und sie haben mich echt überzeugt. In Wacken sehen wir uns wieder.

 

Vorband - Dark Tranquility

Die Schweden spielen ebenfalls Death Metal - allerdings sehr viel melodischer als die erste Band. Mir haben die echt gut gefallen und ich freue mich schon darauf, sie am Rockharz wieder zu sehen.

 

Main Act - Amon Amarth

Ebenfalls aus Schweden - ich bin schon so lange Fan dieser Band und habe sie heute tatsächlich das erste Mal live gesehen. Ihre Show ist der absolute Hammer - mit den Hintergrund-Bildern aus der Wikingersaga - und dem echten Drachen am Schluss der Show. Musikalisch ebenfalls dem Death Metal zugeordnet haben sie sich mit dem Album "Jomsviking" erneut tief in die Saga hinein gewagt, was sich auch akkustisch bemerkbar macht. Ich habe das Konzert extrem genossen und freue mich auf Wacken, wo sie ebenfalls spielen werden.

 

Publikum

Abgesehen von ein paar wirklich lästigen Kiffern, die es auch direkt neben einem Kind (ca. 12 Jahre alt) nicht unterlassen konnten, zu rauchen, sind Metaller halt einfach ein friedliches Volk. Am Ende des Konzerts habe ich mich auf den beschwerlichen Weg zurück zum Auto gemacht - der Hang da ist wirklich steil - aber ich brauchte nicht lange selber zu fahren. Ein junger Mann hat mich bis zum Auto geschoben und mir auch noch den Rollstuhl wieder eingeladen - leider weiss ich nicht, wer er war, deshalb hier ein allgemeines Danke an alle, die mir immer mal wieder behilflich sind, wenn es doch mal nicht allein geht.

 

Oberurseler Minnestreyt - 11.03.2017

Duivelspack

Die drei Musiker zeigen grundsätzlich immer sehr viel Präsenz auf ihren Konzerten - das war auch hier in Oberursel nicht anders. Und.....sie wollten gewinnen.....und haben das auch sehr deutlich gemacht. Wir durften uns folgende Lieder anhören:

- Jungs in der Taverne

- Mann sein (Thema: die Krise des Mannes)

- Du hörst ja gar nicht zu (mit der deutlichen Aufforderung, das doch dann bei Versengold ebenso zu machen)

- Rein-Raus-Lied

- Rebellion (mit einer kleinen Info, dass es da einen immerwährenden "Streit" zwischen Alex von Versengold und Daniel vom Duivelspack gibt)

- Je suis Charlie

- Wir sind der Folk - dieses Lied, hier uraufgeführt, passt perfekt in diesen Minnestreyt - und ist so überzeugend, dass die Musiker von Versengold am Schluss die Bühne stürmen und dem Duivelspack huldigen ;-)

- Cantus Phallus (Ode an die Schwänze)

- Eskalationsstufe 1

 

Mich hat die Spielfreude der 3 Musiker wieder einmal absolut begeistert - ebenso die oftmals sehr eindeutigen Texte, aber auch die Wortspielereien. Was mich am Meisten gestört hat, war die Tatsache, dass nicht alle Bands gleich viel Zeit zugewiesen bekamen - das Duivelspack musste um 19.50 Uhr (Beginn 19.00 Uhr) bereits wieder das Feld räumen - schade eigentlich - erst Recht angesichts dessen, dass sie die diesjährigen Sieger der Minnekrone sind.

Tir Nan Og

Ich habe schon das eine oder andere Stück dieser Band auf YouTube oder Facebook gehört - sie aber noch nie live gesehen. Die Band hat anscheinend einen eigenen Schlachtruf - der da lautet "Irish Folk" und die Antwort des Publikums darauf muss "yeah" heissen. Wenn man die Besetzung so sieht und sich vorher nicht schlau gemacht hat (was mir irgendwie entgangen ist), könnte glatt meinen, da stünden wirklich Iren auf der Bühne. Der Sänger/Gitarrist entspricht absolut dem Klischee eines Iren. Bis er den Mund aufmacht - und sich einem bei seinem breitesten oberpfälzerisch erst Mal die Zehennägel aufrollen - was er dann natürlich mit seinem Charme wieder wett macht ;-). Im Gegensatz zum Duivelspack, die mehrheitlich auf ihren Positionen blieben, ist bei Tir Nan Og sehr viel Bewegung auf der Bühne - und wenn man Malte's Tanzstil gewohnt ist (nicht böse gemeint), fällt es auf, wie geschmeidig sich die Leute bewegen.

Eine Setliste kann ich hier leider nicht liefern, weil mir die meisten Songs nicht bekannt waren. Zwischendurch kommt der Geiger von der Bühne runter und tanzt mit dem Publikum, was die Security kurzzeitig etwas nervös werden lässt. Danach kommt eine zweite Frau auf die Bühne und der Leadsänger meint, rein optisch hätten sie die Krone ja schon gewonnen - mit zwei Frauen auf der Bühne. Leider hat der Tontechniker erhebliche Mühe - viele Songs sind völlig übersteuert, was angesichts dessen, dass der Rollstuhlbereich bei den ersten 2 Bands links aussen direkt unter dem Basslautsprecher eingerichtet war, für mich etwas schmerzhaft war.

Beim zweitletzten Song, Beer and Tobacco, geht das Publikum gut mit - die Stimmung steigt. Bei Raggle Taggle Gypsy wird dann auch fleissig mitgetanzt. Als Zugabe wird Sean o'Malley gespielt und eine Wall of Love angeordnet - also statt pogen aufeinander zurennen und umarmen - ist ja schliesslich MINNEstreyt ;-). Dass der Sänger mal kurz den Text vergessen hat und die Band deshalb noch länger spielen musste, hat da irgendwie gar nicht gestört. Für mich ein Highlight - "wenn ich tot bin..." - gerappt - absolutes "thumbs up". Muss man erst Mal können. Die Band werde ich mir auf jeden Fall wieder anhören.

Nach der 2. Band kam einer der Veranstalter zu mir und hat gefragt, ob die Rollifahrer-Ecke so o.k. sei. Finde ich super, dass sich da jemand drum gekümmert hat. Ich war ohnehin die einzige Rollifahrerin, also habe ich diesbezüglich meine Wünsche geäussert. Grundsätzlich finde ich die Position direkt unter dem Basslautsprecher nicht grade optimal. Ausserdem hatte ich natürlich wieder einmal das Glück, direkt neben mir einen grossen, breiten Schotten stehen zu haben - an dem ich einfach nicht vorbei sehen konte. Deshalb habe ich dann darum gebeten, genau in die Mitte zu dürfen, so dass ich grade auf die Bühne schauen kann. Der Veranstalter hat das ohne Probleme so gemacht - und so hatte ich in der zweiten Hälfte eine perfekte Sicht - was mir besonders bei Versengold natürlich wichtig ist. Ein grosses Dankeschön an den Veranstalter - macht weiter so!!

Mr. Irish Bastard

Diese Band war mir noch nicht mal im Ansatz ein Begriff - was anscheinend ein grosser Fehler war, denn die haben sich aufgeführt, als wären sie die Platzhirsche hier - und jedermann müsste sie kennen und lieben. Rein technisch gesehen sind sie ausgezeichnet. Aber es kommt absolut kein Gefühl rüber. Sie haben einfach ihr Ding durchgezogen, wie sie es wohl schon seit Langem tun, und haben die Stimmung im Publikum völlig ignoriert. Ab und zu (eher selten) sah man ein leichtes Grinsen auf einem der Gesichter, aber es hat die Augen nicht erreicht - und es kam einfach keine Spielfreude rüber. Eine Ausnahme bildete der E-Bassist, wobei ich mir da nicht sicher war, ob er jetzt wirklich Spass am Spielen hat oder einfach an ADHS leidet. Ebenfalls eine Ausnahme hat die Flötistin gebildet - es schien, als hätte sie wirklich Spass an dem, was sie tut - aber sie ging leider zwischen all den E-Instrumenten völlig unter. Bei "I hope they sell beer in hell" ist dann das Publikum doch noch aufgewacht. "I only like you when I'm drunk" hat die Stimmung dann halten können - und entgegen aller Regeln gleich noch ein drittes Lied, bei dem das Publikum mitsingen sollte "last pints on me". Obwohl der Sänger das Publikum mit einbezogen hat, blieb seine Miene völlig ausdruckslos.

Insgesamt hat mich diese Band absolut und überhaupt nicht überzeugt - ich werde zwar nicht grade flüchten, wenn ich die mal wieder irgendwo antreffe - aber zur Bühne stürmen werde ich garantiert auch nicht.

Versengold

Die Jungs hatten schon im Vorfeld angekündigt, dass es einige neue Stücke geben würde - und haben diese Ansage auch gleich mit dem neuen Intro in die Tat umgesetzt. Gefällt mir ausgesprochen gut. Mit Sang- und klanglos wurde dann auch gleich ein neues Stück gespielt - wobei ich der Meinung bin, ich hätte es schon mal irgendwo gehört - nur leider weiss ich nicht mehr, wo das war. Nach Versengold kam dann auch die Ansage, es würden 3 komplett neue Songs gespielt werden, was das Publikum natürlich begeistert aufgenommen hat. Doch zuerst stand wieder die Frage Wem? im Raum, die wir in gewohnter Manier mit Uns! beantwortet haben. Und dann wurde es still im Saal - Malte setzte zu Feuergeist an, das sehr ruhig beginnt, sich aber schnell steigert und definitiv ein Ohrwurm wird. Da es im Saal warm war, mussten dann die Krüge hoch - oder so ähnlich. Mit Samhain wurde es dann gruselig schön und sphärisch. Die Band hatte auf jeden Fall sehr viel Spass bei Saite, was dann irgendwie auch mal wieder zu Paule's Beichtgang und einem anschliessenden Ablasstanz führte. Malte hat in der Zwischenzeit die Krone vom Vorjahr geholt, weil er uns unbedingt mal mit gekröntem Haupt die Absolution erteilen will. Hinterher erklärt er, sollte das Duivelspack heute Abend nicht gewinnen, würde er die Krone 2016 an sie weitergeben, um sie als "Gewinner der Herzen" zu küren. In meinen Augen eine sehr nette Geste, die allerdings dann nicht notwendig war - er durfte die Krone also wieder mitnehmen. Als drittes neues Stück wurde dann Verliebt in eine Insel gespielt, mit dem Hinweis, dass die Vorzüge Irlands, die da besungen werden, nicht ganz ernst zu nehmen wären, da sie aus einem Urlaubskatalog stammen. Denn Malte war noch nie in Irland. Der Song ist trotzdem ein absoluter Hit und schon jetzt in aller Ohren. Für viele ebenfalls noch neu hat uns Malte dann seine Wünsche in Bezug auf seinen - hoffentlich noch lange nicht fälligen - Tod mitgeteilt - haut mir kein' Stein. In diesen Song habe ich mich schon an der Nacht der Balladen verliebt und finde den Text einfach wunderbar - und so passend - und natürlich wieder mit Malte's kleinen, uns so bekannten, Texten zwischen den Zeilen versehen. Mit den Drei Weybern und einem Fass voller Wein wurde es dann nochmals feucht fröhlich. A capella gesungen wurde das Publikum dann noch aufgefordert, Versengold oder das Duivelspack zu wählen. Insgesamt wieder ein wundervolles Konzert von Versengold - mit der uns bekannten und ansteckenden Spielfreude. Ihr seid auf jeden Fall MEINE "Gewinner der Herzen", auch wenn ich dem Duivelspack den Sieg von Herzen gönne.

2. Hamburger Wellenbrecher - 4.03.2017

MacCabe & Kanaka

Ich habe die beiden (heute zu sechst) bisher erst auf YouTube gesehen - sie haben mich nur bedingt überzeugt. Zuerst fallen natürlich die Outfits auf - grobe Leinenhose und ebensolches Hemd, barfuss, John Kanaka trägt ein auffälliges Tattoo auf dem linken Bein. Ich glaube, da waren noch mehr Tattoos, aber vom Rollstuhl aus war halt das Bein in direkter Sichtweite ;-). Dann fallen die beiden als solches auf - MacCabe, ein schmächtiges Männchen mit wildem Haarschopf, das man am liebsten füttern würde - und John Kanaka, ein gestandener Mann mit Waschbär-Bauch. Auch ihre Stimmen könnten unterschiedlicher nicht sein - und trotzdem ergänzen sie sich wunderbar. Dank der Setliste, die Kerstin von den Muschelschubsern bekam, weiss ich auch genau, was gesungen wurde. Das meiste davon habe ich gekannt, wenn auch in anderer Ausführung. Den Anfang machte der Hamburger Veermaster, gefolgt vom Irish Rover, der natürlich gleich viel mehr Sinn macht, wenn ein Ire ihn singt. Danach kam Botany Bay und darauf John Kanaka. Dieser Song gehört defintiv in die Kategorie "Ohrwurm" und begleitet mich wohl noch lange. Das All for me Grog Medley war mir neu, dafür habe ich mich umso mehr über Ye Yacobites by Name gefreut. The Hot Asphalt und Home Boys Home haben das Konzert abgeschlossen. Live haben mich die beiden, zusammen mit den Shanty Jungs und dem Banjospieler, echt überzeugt. Ich habe mir die CD gekauft und finde sie auch ganz schön, aber sie wird eher nicht zu denen gehören, die ständig bei mir laufen. Live werde ich mir die beiden garantiert wieder ansehen.

Pressgëng

Auch diese Band hatte ich noch nicht live gesehen - dafür aber schon von der Feier frei CD mit den Pulveraffen und natürlich von YouTube gekannt - und die haben mich auch auf YouTube und Konserve schon sehr überzeugt. Diesen Eindruck konnten sie live auf jeden Fall nochmals steigern, denn die Show, die sie bieten ist einfach witzig, zum Teil subtil, zum Teil auch völlig überzogen - und genau dieser Mix macht die Wirkung aus. Ausserdem geniesse ich halt immer mehr Bands, die deutsch singen und denen ich bei ihren Wortspielen folgen kann, insbesondere wenn sie mit Worten umgehen können. Das Konzert fing mit Die Geschichte vom Käpt'n sein Kahn an. Beim nächsten Lied wurden bereits Instrumente getauscht und Lou erzählte Ein Stamm von Hula Mädchen wollte mich entführen. Dass seine Kumpels ihn vor dem Gefressen werden retteten, wollte er irgendwie nicht einsehen ;-). Dann sollte jemand unbedingt stehen bleiben - den Titel des Songs habe ich leider nicht mitgekriegt. Danach ging's dann auch gleich auf die Rosa Bonsche Insel und später durften wir teilhaben an Lou's Erfahrung mit Frauen und ich. Plötzlich stand da noch ein Seemann auf der Bühne, jung, gross gewachsen, aber sehr arm, denn er konnte sich kein Hemd leisten ;-). Er hatte die ehrenvolle Aufgabe, dem Publikum mittels Tafeln anzuzeigen, was grade mitzusingen war - der Song: Seemarsch - die Texte: Leinen los / Anker hoch / Schotten dicht / Schadepflicht / mach's mal gut. Das Publikum war lautstark und begeistert dabei, der junge Mann etwas überfordert mit den Tafeln. Danach hat Pinne über seine Probleme an der Seite einer schönen Frau erzählt, der Traumfrau in schwarz - gut dass Pinne Seemann ist und einfach mal so verschwinden kann. Der nächste Song ist für uns Muschelschubser natürlich besonders hart - Pflegestufe Arr - wobei wir uns irgendwie vorstellen können, dass das ganz lustig wird - für uns, nicht für das Personal ;-). Wir wurden dann informiert, dass eigentlich heute Abend CD-Release-Party für die neue CD ist - wir haben natürlich gerne mitgefeiert und Pinne ordentlich beim Donner machen applaudiert. Die Titel der nachfolgenden Songs sind mir leider nicht ganz geläufig, aber auf jeden Fall hat Mutti was gesagt, dann kam was in platt? kölsch? was auch immer?, danach Hurra und Abschied. So einfach liessen wir die Jungs natürlich nicht gehen, deshalb hörten wir erst mal ein rein musikalisches Stück, in dem Feier frei und Lummerland drin vorkam, dann verwandelte sich Bill mal eben in Piet Bull und auch von leichten Mädchen und schweren Jungs haben wir uns noch verabschiedet.

Mr. Hurley und die Pulveraffen

Nach rund 30 Minuten Umbauzeit kam dann endlich die Band auf die Bühne, wegen der wir eigentlich nach Hamburg gereist sind und uns mit den Muschelschubsern getroffen haben - was nicht heissen soll, dass wir uns nicht auch auf die andern beiden Bands gefreut hatten. Aber wir lieben halt unsere Äffchen ;-).

Den Anfang machte Leinen los, was ja auch Sinn macht, erst müssen wir ja mal weg vom Pier. Danach durften wir gleich Tortuga hören, was ja auf der neuen CD drauf ist, die am 7.7. erscheint. Dann kamen die Ladies und halfen beim Plankentanz - gut, dass es geklappt hat - wir wollen die Pulveraffen ja nicht hängen sehen. Mit Komm zur Marine und Die Legende von Daisy Jones hörten wir dann zwei altbekannte Songs, dicht gefolgt von Buckteeth' neuster Leidenschaft, er haut Spacken auf die Backen mit'n Schwert. Natürlich dürfen auch der Schrumpfkopf im Rumtopf und Nüchtern nicht fehlen. Das Publikum kennt alle Texte auswendig und singt fleissig mit, allen voran natürlich die Muschelschubser, die ganz vorne an der Bühne stehen. Den Haifisch kannte ich noch nicht und ganz neu war auch Trau keinem Piraten. Auf Ach ja! gibt es natürlich nur eine einzige Antwort, nämlich "komma her", was einige im Publikum etwas zu wörtlich nahmen, denn es kam zu einigen Rangeleien, zum Glück ohne grössere Schäden. Dann mussten erst Mal wieder Befehle geübt werden, denn dies ist ja das erste Konzert im neuen Jahr und auch noch der Start der Aggroshanty-Tour. Klar gibt es auf "alle Mann" (und Frauen) nichts Anderes zu melden als "Aye, aye" - der Song dazu heisst Achtung, fertig, prost - so was lässt sich ein Pirat selbstverständlich nur einmal sagen - saufen kann nicht verkehrt sein ;-). Für Simon und Buckteeth hiess das klarerweise Pfeffi - was Morgan bekam, entzieht sich meiner Kenntnis - vielleicht Kakao mit fettarmer Milch? Irgendwie kam es uns so vor, als hätten die Jungs grade erst angefangen - aber Simon sagte mit Booty Island bereits den letzten Song an. Kann ja wohl nicht wahr sein!!! - Lieb wie sie sind, haben sie dann noch die Geissel der See angehängt und auch die 4 S kamen zum Zug - Schiffe, Schätze, Schlampen, Schnaps. Auch die Danksagungen wurden nicht vergessen - ein Dank an Licht, Technik, Bühnencrew, Veranstalter, Mitstreiter und natürlich das Publikum. Zum grossen Finale enternten dann alle Bands inkl. McPiet, der später noch spielen würde,  die Bühne und es wurde der Irish Rover gespielt, Leaving of Liverpool, Ring of Fire, Ich & mein Holz, Feier frei und Blau wie das Meer. Um Mitternacht war dann wirklich Schluss - viel zu früh, für unseren Geschmack.

Nacht der Balladen - Versengold - 21.01.2017

Fotos werde ich hier keine hinzufügen (mit einer Ausnahme) - Pinto meinte gleich nach dem zweiten Lied: "Leute, haltet doch nicht ständig so ein Ding zwischen uns und Euch - dann wird das Konzert noch viel schöner."

 

Dieses Mal standen nicht 7, sondern 13 Musiker auf der Bühne - ein zusätzlicher Percussionist (Julian), 4 Streicherinnen

(2 x Geige, 1 x Bratsche, 1 x Cello - die Namen dazu weiss ich leider nicht so genau) und als weibliche Stimme Silja.

 

Während noch der Vorhang aufging, erklangen die ersten Töne von Auf in den Wind. Den Besuchern war anzumerken, dass die Situation mit der Bestuhlung sehr ungewohnt war. Ans Stehen und Mitsingen gewohnt, hat man sich gefragt: "stehe ich jetzt auf?" - "darf ich denn jetzt mitsingen" - "klatschen geht ja wohl, oder?". Malte hat aber wie immer gleich zu Anfang jegliche Spannung raus genommen mit seinen flotten Sprüchen. Der zweite Song war Tochter der Weiten, mein absoluter Lieblingssong - unter so vielen Songs, die ich irre gern mag. Zusammen mit Silja klang es sehr harmonisch. Dass er nicht nur Sprüche drauf hat, wissen wir eh - aber an diesem Anlass hat Malte gezeigt, wie tiefsinnig er wirklich ist. Anstelle der sonst eher kurzen Ansagen hat er heute auch so einiges Privates erzählt, was dem Abend seinen ganz besonderen Reiz gab. Beim Frühlingsgruss hat er wieder einmal darauf hingewiesen, dass sich das Lied nicht NUR um eine Blume dreht. Danach kam ein Lied, das Malte auf einem Selbstfindungstripp (der mangels Geld und Ausrüstung nach 3 Wochen zu Ende war) durch Norwegen geschrieben hat. Gleichzeitig war es wohl das erste Lied, dass die Band nach ihrer Gründung 2003 gespielt hat - Ihr so nah. Die Ansage zu Wolken muss Malte sehr schwer gefallen sein - er hat nochmals von dem schweren Unfall erzählt, den er 2014 mit seiner Freundin in Marokko hatte und bei dem ein weiteres Pärchen gestorben ist. Die Band hat das Lied auch zur Erinnerung an dieses Pärchen gespielt. Nach diesen Ausflügen in die fernere und nähere Vergangenheit, ging's dann rüber in die Zukunft. Von der neuen CD, die irgendwann 2017 erscheint, hörten wir das Lied Nebelfee. Speziell anzumerken ist, dass dabei Sean am Keyboard und Florian am Schlagzeug sassen. Darauf folgte Die Schönheit der Schatten - dazu ein Zitat von Malte: "Falls mich jemand fragen sollte, was das bedeutet - manchmal schreibe ich Lieder, da weiss ich das selber nicht". Ganz egal, das Lied ist toll. Als nächstes durften wir gleich wieder ein Lied von der neuen CD hören - dass nicht so ernst ist, wie es klingt, aber irgendwie doch ;-). Titel: Haut mir kein' Stein - es geht darum, dass seine Freunde, Familie etc. ihm keinen Grabstein aufstellen sollen, wenn es dann mal so weit ist, sondern ihn lieber verbrennen und dann da, wo er gestorben ist, ein Schankhaus bauen und auf dem Grab tanzen sollen. Dieses Lied wurde mit Standing Ovations bewertet. Nach diesem, trotz des Themas fröhlichen, Lied wurde es nochmals etwas ruhiger mit Vom gerechten Krieg, wo Flo Bouzouki spielte und (durfte natürlich nicht fehlen) Vom Zauber des Wildfräuleins. Auch ungewohnt bei Versengold Konzerten - es folgte erst Mal eine 15-minütige Pause.

 

Nach der Pause wurde es etwas lebhafter als in der ersten Hälfte des Konzertes. Den Anfang machte Versengold - das Lied. Es folgte In Schmutz und in Schande, wiederum mit etwas ungewohnter Besetzung - Sean am Keyboard und Julian am Schlagzeug - am Ende gab es ein Flötensolo von Malte, dass ich von der CD noch nicht kannte. Dann stellte Malte mal wieder die uns wohl bekannte Frage Wem?, die man als Fan natürlich nur mit Uns! beantworten kann. Da hielt es dann definitiv niemanden mehr auf den Stühlen - und es wurde fleissig mitgesungen.  Pinto wies dann darauf hin, sich gar nicht erst hinzusetzen - denn es ging nahtlos weiter mit Ich und ein Fass voller Wein und Schon immer mal, gefolgt von einem Reel, den ich zwar kenne, aber dessen Name ich nicht zuordnen konnte - auf jeden Fall spielte Alex dabei die Konzertina. Dann die etwas bange Frage von der Bühne, ob denn auch alle noch ganz sind - weil die Band manchmal vergisst, nicht zum Springen aufzufordern, obwohl das bei den Stühlen etwas ungeschickt ist. Mit Im Namen von Millionen wurde es dann wieder ruhiger im Saal - und auch schon fast etwas traurig, denn das sollte das letzte Lied sein. Das hat das Publikum natürlich nicht zugelassen - und die Band hat uns wie immer nicht enttäuscht - Malte hatte da noch was hingelegt - und zwar das Liederbuch, Band 2, das man draussen am Merchstand kaufen kann (wie praktisch) ;-). Das ausgewählte Lied (wie einige davor auch) wurde noch nie auf der Bühne gespielt und deshalb hat er es auch noch nie auswendig gelernt. Wieder einmal O-Ton Malte: "Ihr könntet ja die Augen schliessen, weil's zur Stimmung passt, dann seht ihr nicht, wie ich ablese". Nach einigen Schwierigkeiten mit dem Licht, die von Alex mittels eines portablen Mini-Scheinwerfers gelöst wurden, bekamen wir dann das Schlaflied zu hören - ein wunderschöner Abschluss eines genialen Konzertes. Wir freuen uns schon auf die versprochene Wiederholung der Nacht der Balladen - da Malte da ja immer sein Herzblut dran hängt, wird es bestimmt auch in Zukunft noch genug Balladen geben, die aufgeführt werden können - oder die man wieder einmal hervorholen mag.

 

Nachtrag: Wie ich grade einer zufällig auf Facebook entdeckten Setliste entnehmen konnte, war es Luna's Reel.

Malte's Unterschrift fehlt leider - er war wieder einmal schneller als ich
Malte's Unterschrift fehlt leider - er war wieder einmal schneller als ich